Der
Chihuahua ist ein intelligenter, lebhafter und kesser Zwerg, der sich
vor nichts fürchtet, was man besonders bei Begegnungen mit fremden,
großen Hunden berücksichtigen muß. Bei Hunden mit geringer
Größe, dazu können alle Chihuahua gezählt werden,
kann es dazu kommen, daß sich eine besondere Verteidigungsbereitschaft
entwickelt.
Einen Vorteil kann man darin sehen, daß der Chihuahua aufgrund seiner
geringen Größe fast überall hin mitgenommen werden kann
und auch eine stärkere Akzeptanz erlebt als größere Hunde.
Er ist trotz seiner geringen Größe, ein vollwertiger
Hund, eben ein ganzer Hund in Kleinausgabe. Mit seiner geringen Größe
ist der Chihuahua der ideale Begleiter, ein optimaler Stadt- und Wohnungshund,
der sich natürlich auch auf dem Land mit Garten wohlfühlt.
In der Wohnung verhält er sich ausgesprochen ruhig und angenehm,
er ist kein Kläffer.
Er ist sehr robust und wenig krankheitsanfällig, und er kann sehr
alt werden. Chihuahuas, die 17 Jahre und älter werden sind keine
Seltenheit. Dies gilt allerdings in der Regel nicht für extrem kleine
Exemplare. Chihuahuas mit einem Endgewicht von 1.000 g oder weniger werden
mit zunehmender Kleinheit anfälliger, und die Lebenserwartung nimmt
ab.
Das ideale Gewicht eines Chihuahuas liegt zwischen 1.500 und 2.500 g.
Größere Strecken läuft er mühelos.
Aufgrund seiner geringen Größe ist es auch problemlos,
ihn zu zweit oder dritt zu halten, was er ganz besonders schätzt,
da er sehr rudelbezogen ist. Dies eröffnet dann sogar berufstätigen
Menschen, die Möglichkeit Hunde zu halten. Chihuahuas fühlen
sich in der Regel im Rudel sehr wohl und genießen vor allem den
Umgang mit ihresgleichen. Es gibt ihn in Kurz- und Langhaar und in allen
erdenklichen Farben und Zeichnungen.
Er ist einer der wenigen Rassen, die noch naturbelassen, d.h.
nicht kupiert, getrimmt oder geschoren werden. Selbst die Langhaarigen
sind sehr pflegeleicht.
Charakterunterschiede gibt es zwischen den beiden Haarvarianten: Der Kurzhaar
ist der ursprünglichere, er braucht eine etwas festere Hand, sonst
wird er leicht zum Beherrscher seines Herrn. Er kann manchmal stur und
schwer zu überzeugen sein und neigt teilweise etwas zur Streitsüchtigkeit.
Der Langhaar ist der sanftere, eher bereit nachzugeben und für den
unerfahrenen Hundehalter in der Anfangserziehung daher der einfachere.
Rassemerkmale des Chihuahua
Kopf - sehr breit, aber harmonisch im Verhältnis zum Körper
Stop - sehr ausgeprägt, tiefliegend und breit, entsprechend dem Übergang
von der gewölbten Stirn zum Fangansatz
Fang - kurz und gerade. Die Nase verläuft auf der gleichen Ebene
wie der Stop
Ohren - groß und aufgerichtet. Ihr Ansatz liegt eher tief, betrachtet
man den Kopf insgesamt. Breit am Ansatz, werden allmählich schmaler
und laufen leicht abgerundet oder spitz aus.
Körper - sehr kompakt, seine Länge ist etwas größer
als die Höhe, am Widerrist gemessen. Obwohl der Rücken kurz
sein soll, vor allem beim Rüden. Gerade und waagerechte Wirbelsäule.
Der Brustkorb tief und geräumig. Der Bauch leicht aufgezogen, um
den Anschein von Schwerfälligkeit zu vermeiden
Pfoten - klein, mit wohl differenzierten aber nicht ausgebreiteten Zehen,
sie sind oval, weder Katzen noch Hasenpfoten, ausgesprochen starke, gekrümmte
Nägel, gut entwickelte Ballen
Fell - beim Kurzhaar ist das Fell weich und glänzend, es bleibt am
Körper anliegen, etwas Unterwolle ist erlaubt. Beim Langhaar ist
das Fell lang und glatt anliegend und glänzend, eine Halskrause ist
erwünscht und alle Farben sind erlaubt
Fehler - Vorbiß oder Unterbiß, Karpfen- oder Senkrücken,
flacher Brustkorb, gewelltes Haarkleid, große Fontanelle
Die Entwicklung in Deutschland
Die Hunderasse Chihuahua wurde 1956 nach Deutschland gebracht. Seither
hat sie viele Bewunderer gefunden und ist von den Ausstellungen nicht
mehr wegzudenken.Bedauerlicherweise ist die Rasse aber auch durch unseriöse
Werbepraktiken mancher Züchter und eine sensationslüsterne Presse
in Verruf gekommen. Hier sind die Stichworte "Traumgewichte (500gr.)"
und "Degeneration" zu benennen. Der Chihuahua ist keineswegs degeneriert
und kann bis zu 3 Kg schwer sein.
1976 wurde die Trennung der Vareitäten Kurz- und Langhaar eingeführt
und 1984 wurde das kreuzen wieder zugelassen.
Mittlerweile werden ca. 1000 Welpen pro Jahr in das VDH-Zuchtbuch eingetragen.
Es werden deutlich mehr langhaarige Chihuahua gezüchtet
Geschichte
Diese sehr alte Rasse mexikanischen Ursprungs - sie wird auch als kleinste
Hunderasse der Welt bezeichnet - erhielt ihren Namen von der Stadt bzw.
Provinz Chihuahua , am Fuße der Sierra Madre.
Darf man den Überlieferungen glauben, befindet sich unter seinen
Ahnen der Techichi, der bei den Azteken heilig gehalten wurde.
In diesem voraztekischen, kriegerischen Stamm, welcher im Hochtal von
Mexiko lebte, wurden Tiere gehalten, die bei religiösen Festen geopfert
wurden. Man nannte sie Techichi, und ihre Spur läßt sich bis
in das 7. - 9. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgen.
Die Azteken sollen nach damaliger kriegerischen Übernahme des Toltekenreiches
diese Hunde weiter gehalten und vermehrt haben. Starb ein Azteke wurde
er zusammen mit einem dieser Hunde und all seinen Habseligkeiten verbrannt.
Die Indianer glaubten, daß die Hunde ihrem Herrn mit ihren großen,
leuchtenden Augen den Weg über die neun Todesflüsse der Unterwelt
ins Paradies zeigen würden.
Da jedoch nach dem Glauben der Azteken nur diejenigen Hunde ihrem Herrn
behilflich waren, die von diesem zu Lebzeiten gut behandelt worden waren,
war man stets darauf bedacht, es den kleinen Hunden an nichts fehlen zu
lassen. In Zeiten, in denen es nicht genügend Hunde gab, waren sie
stets den Häuptlingen und führenden Kriegern vorbehalten.
Heute jedoch nimmt man mehr und mehr an, daß diese Zwerghunderasse
um 700 v. Chr. von Ägypten nach Malta gekommen sein soll.
In ägyptischen Gräbern fand man Überreste von kleinen Hunden,
bei denen das Vorhandensein einer Schädelfontanelle bemerkt wurde.
Dieses markante Merkmal findet man überwiegend bei einen Chihuahua.
Aus dem Jahre 55 v. Chr. existiert eine Tontafel mit der Abbildung von
sehr kleinen Hunden mit runden Köpfen, riesigen Ohren und sehr kurzen
Nasen. Das Fell war eindeutig kurzhaarig. Auf einem Fresko in der Sixtinischen
Kapelle stellt Botticelli 1482 einen kleinen weißen Hund dar, den
man wohl eindeutig als Kurzhaar-Chihuahua identifizieren kann. Das Bild
entstand 10 Jahre bevor Kolumbus 1492 Amerika entdeckte! Auch heute findet
man auf Malta noch Hunde, die dem Chihuahua aufs Haar gleichen. Um 1960
kamen einige solcher Exemplare nach England.
Schon um 1570 kamen vereinzelt Hunde dieses Typs nach England, über
sie wird sogar in einer Chronik vermerkt: "Je kleiner sie sind, desto
wertvoller sind sie, umso mehr, wenn sie ein kleines Loch in der Schädeldecke
aufweisen". Im rauhen englischen Klima konnten diese winzigen Hunde damals
jedoch nicht überleben und starben meist kurz nach ihrer Ankunft,
so daß die Rasse sehr schnell uninteressant wurde.
Man nimmt heute mehr und mehr an, daß die Zwerghunde vom Typ des
Chihuahua im Mittelmeerraum, höchstwahrscheinlich auf Malta entstanden
sind und erst später auf ungeklärte Weise auf den amerikanischen
Kontinent kamen, wo sie sich Dank des günstigen Klimas gut halten
und vermehren konnten. Für die Malta-Theorie spricht außerdem
die Winzigkeit und Abgeschiedenheit der Insel.
Die ersten Chihuahua tauchten 1888 auf einer amerikanischen, 1886 auf
einer Münchener und 1897 auf einer englischen Ausstellung auf.
Der erste Rassestandard und die Gründung des ersten Chihuahua-Clubs
für kurzhaarige Chihuahua entstanden 1923 in Amerika. Für langhaarige
Chihuahua passierte das gleiche in Amerika erst im Jahr 1952 . (Im amerikanischen
Zuchtbuch wird erstmalig 1904 ein Chihuahua registriert. 1923 wurde ein
erster Standard verfaßt.)
In Mexiko gab es seit 1942 ein auf dem amerikanischen Standard beruhendes
Zuchtbuch. 1964 waren aber erst 35 Chihuahua eingetragen, die zur Hauptsache
aus Amerika importiert waren.
In England verbuchte man 1940 insgesamt 40 eingetragene Hunde. Durch die
Kriegswirren sank diese Zahl bis 1949 wieder auf 9 Eintragungen.
Ab 1953 setzte ein Aufwärtstrend ein und 1957 waren bereits 530 Hunde
eingetragen. Die Zahl stieg bis 1971 auf über 4000.
Der erste langhaarige Hund wurde aus Amerika importiert und 1954 registriert.
Chihuahua im Jahr 1956 über England nach Deutschland importiert und
registriert und Dank seiner Größe, seines unwiderstehlichen
Charakters nimmt die Beliebtheit dieser Hunderasse immer mehr zu.
Der Chihuahua hat sich in den letzten Jahren Dank seiner Robustheit, seiner
geringen Größe und seines unvergleichlichen Charakters zu einer
sehr beliebten Zwerghundrasse entwickelt, die immer mehr Anhänger
findet.
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